Entwicklung des Lehrkräftebedarfs in Rheinland-Pfalz
„Grundsätzlich gilt, dass in Rheinland-Pfalz ein guter Grad an Unterrichtsversorgung erreicht wird“, sagt Barbara Schleicher-Rothmund, MdL und Vorsitzende der SPD Kreis Germersheim. Ein aktuelles Gutachten der Landesregierung hat die Entwicklung des Lehrkräftebedarfs in Rheinland-Pfalz untersucht und bis ins Jahr Schuljahr 2016/17 prognostiziert.
Im Kern ergibt sich aufgrund rückläufiger Schülerzahlen an rheinland-pfälzischen Schulen (2011/12: 568.929 Schülerinnen und Schüler gegenüber 508.700 im Schuljahr 2016/17, das sind minus 10,6 Prozent) ein Bedarfsrückgang von 3.804 Lehrkräften.
In der Koalitionsvereinbarung sind aber eine Reihe von Verbesserungen festgelegt worden. Für diese Maßnahmen werden in dem Gutachten die genauen Bedarfe folgendermaßen berechnet:
- Zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung in den allgemeinbildenden Schulen werden 317 Stellen zusätzlich eingeplant.
- Für die Halbierung des Unterrichtsausfalls in den berufsbildenden Schulen werden 157 Stellen zusätzlich eingeplant.
- Im Zuge der Absenkung der Klassenmesszahl auf maximal 24 Kinder pro Klasse werden in den Grundschulen 629 zusätzliche Stellen veranschlagt.
- Die Absenkung der Klassenmesszahl auf maximal 25 Kinder pro Klasse in 5 und 6 in den Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen erfordern 258 zusätzliche Stellen. In den Realschulen plus wurde dieser Schritt bereits ab dem Schuljahr 2009/10 vollzogen, für die neu startenden Realschulen plus sind sechs Stellen vorgesehen.
- Für die Einrichtung von weiteren Fachoberschulen an den Realschulen plus sind 65 Stellen eingeplant.
- Die angekündigte Ausweitung der Ganztagsangebote wird mit 150 Stellen abgesichert.
- Um die Berufsfachschule an den Berufsbildenden Schulen weiterzuentwickeln werden 50 Stellen eingeplant.
Es ergibt sich insgesamt (inklusive weiterer kleinerer Maßnahmen) ein künftiger Bedarf für strukturelle und pädagogische Verbesserungen in Höhe von 1.642 Stellen; diese zusammengenommen mit den bereits eingeleiteten Maßnahmen ergeben insgesamt 2.287 Stellen für pädagogische Verbesserungen.
Bis 2016/17 ist die Zahl der ausscheidenden Lehrkräfte hoch; durchschnittlich werden jedes Jahr 1.170 Stellen durch ausscheidende Lehrer frei. Um möglichst gute Einstellungsperspektiven zu bieten, werden deshalb Mittel für befristete Vertretungsverträge in 800 dauerhafte Planstellen zur Aufstockung des Vertreterpools umgewandelt. Abzüglich der einzusparenden Stellen sind somit 4.790 Vollzeitstellen bis 2016/17 zu besetzen. Das entspricht voraussichtlich rund 5.100 Einstellungen; jahresdurchschnittlich sind das 1.000 Lehrkräfte.
Eingespart werden im 5-Jahreszeitraum 1.050 Planstellen plus 800 Stellen bei Vertretungsverträgen, woraus sich eine Gesamteinsparung in Höhe von 1.850 Stellenäquivalenten ergibt.
Weitere Effekte sind durch die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu erwarten. Statt einer allgemeinen Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre soll für die Lehrkräfte eine Sonderregelung greifen: zukünftig soll das Pensionsalter am Ende des Schuljahres erreicht werden, in dem die Lehrkräfte das 65. Lebensjahr vollenden.
Zur Entwicklung der Schüler-Lehrer-Relation über alle Schularten ergibt sich eine Verbesserung des Verhältnisses von 15.9 : 1 (2010/11) gegenüber 14,7 : 1 (2016/17).
Das vollständige Gutachten zur Entwicklung des Lehrkräftebedarfs in Rheinland-Pfalz findet sich im Internet unter www.unterrichtsausfall.rlp.de









